Tag 70: Hallo Herbst

Eine weitere Woche ist rum, und ich kann verkünden, dass Mitte November endlich mal der Herbst in Japan angekommen ist! Zwar sind immer noch vereinzelte Bäume grün, aber der Wind treibt die Temperaturen hier doch deutlich runter, weshalb die Weihnachtsdeko mich nicht mehr ganz so stark stört. Nur mal um zu demonstrieren wie heftig der Wind hier teilweise ist, mir wurden hier schön öfter die Kopfhörer aus den Ohren gepustet… mit nem robusten Regenschirm kann man hier recht schnell zu Marry Poppins werden.

Um nun mal etwas auf meine vergangene Woche einzugehen, am Freitag war ich zum ersten Mal in einem Fließband-Sushi Restaurant. Wir wollten uns mit ein Paar Freunden aus den Japanisch Kursen einen schönen Abend machen, und Sushi war hierfür der erste Anlaufspunkt. Alleine wäre ich definitiv nicht in ein Sushi Restaurant gegangen, aber irgendwann musste ich ja mein erstes japanisches Sushi probieren, um endlich zu wissen, ob es mir authentisch in Tokyo zubereitet in Tokyo besser schmeckt als in Deutschland. Schnelle Auflösung der Frage: Nein! Kalter, roher Fisch ist immer noch nicht mein dickster Freund, und das in Kombination mit lauwarmem Reis resultierte darin, dass ich mein eines Nigiri Sushi kaum runterbekam. Den Rest des Abends bestellte ich dann Pommes und frittiertes Huhn, und was kann ich sagen, das schmeckte mir deutlich besser!

Danach kauften wir uns ein Paar Getränke im Konbini, suchten uns ein Plätzchen an einer riesigen, beleuchteten Treppe in Shibuya, und redeten den Rest des Abends einfach über Gott und die Welt.

Samstag verbrachte ich dann wieder in Shibuya, weil ich mich mit Freunden zum Karaoke verabredet hatte. Shibuya am Wochenende ist immer noch viel zu voll (vor allem voller Touristen), aber zum Glück verbrachten wir dem Großteil des Tages in unserer Karaoke Box… und mit Großteil meine ich, dass wir wieder 6 Stunden non-stop gesungen haben.

Sonntag machte ich einen kurzen morgendlichen Ausflug nach Naka-Meguro, was mit dem Express von Musashi-Kosugi aus gesehen, eine Haltestelle vor Shibuya ist. Obwohl es ziemlich städtisch ist, ist Meguro generell etwas entspannter als Tokyos Innenstadt, und es gibt ziemlich viele kleine Cafés und ausländische Restaurants… darunter auch ein deutsches! Die Kette heißt „Schmatz“ und ist in ziemlich vielen Teilen Tokyos vertreten, nur hier in Naka-Meguro war sie quasi direkt neben dem Bahnhof, weshalb ich mich entschloss mir mal nach über 2 Monaten in Japan, endlich wieder ein gutes deutsches Mittagessen zu gönnen.

Die Speisekarte sah echt super aus, mit haufenweise Biersorten und verschiedenen Würsten, wie erwartet, aber ich entschied mich dann doch für ein klassisches Schnitzel. Eine Beilage gabs leider nicht, aber das Schnitzel an sich war wirklich gut, wenn auch etwas dünn für meinen Geschmack. Ich war etwas überrascht, dass ich die einzige Ausländerin im ganzen Restaurant war, aber trotzdem tat es gut, mal wieder etwas gewohntes zu essen.

Danach machte ich mich auf zum Meguro Sky Garten, ein kleiner Park auf dem Dach von einem Sportzentrum in Naka-Meguro. Der Garten ist echt sehr schön, und die Aussicht ist überraschend schön, wenn man es mal schafft die Haare aus den Augen zu halten weil der Wind recht hartnäckig ist.

Scheinbar war an dem Tag gerade ein Fußballspiel im Innenhof des Sky Gardens, weshalb außerhalb ein kleiner Streichelzoo mit Hasen, Meerschweinchen und Hühnern für kleine Kinder aufgebaut war. Reingekommen bin ich aber leider nicht… vielleicht weil ich kein kleines japanisches Kind bin.

Gestern war dann wieder mal ein ziemlich langer Tag, meine Chat Sessions fingen schon morgens um halb 10 an. Spaßig wars aber trotzdem, weil eine von den älteren Damen (aus meiner Shibuya Anwohner Session) Freunde in Deutschland hatte, und deswegen ab und zu das ein oder andere deutsche Wort in die Konversation rein sprenkelte. Außerdem bekam ich an dem Tag das beste Kompliment, dass ich je bekommen habe, nämlich dass mich die Frauen aus meiner Chat Session so niedlich fanden, dass sie meinten ich könnte ein Hauptcharakter in einem meiner Lieblings- Magical Girl Anime (ähnlich zu Sailor Moon) sein!

Ich beende diesen Blogpost mal mit ner Realisation die ich vor ein Paar Wochen hatte. Im 6. Stock von einem Hochhaus, was quasi direkt nebenan von meiner Uni ist, ist das japanische Büro von der Plattenfirma, unter der solche Kpop Künstler wie Psy, Big Bang und Black Pink sind. Ich bin für 2 Monate jeden Morgen daran vorbeigelaufen, und erst jetzt fällt es mir auf… na ja, wenigstens ist es mir überhaupt aufgefallen.

LG Ines

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