Tag 33: Die Ruhe vor dem Sturm

Eine weitere Woche ist zu Ende, das Wochenende ist da, und ich werde die nächsten paar Tage ausschließlich in meinem Zimmer verbringen. Warum? Weil gerade draußen ein verdammt stärker Taifun wütet. Scheinbar will der Sommer doch noch etwas bleiben, und dieser Taifun ist seine Art zu sagen: „Ist mir egal, ob ihr genug von der feuchten Hitze habt, jetzt kriegt ihr’s grade erst recht nochmal.“

Vorratstechnisch bin ich auf das Wochenende aber glaube ich ganz gut vorbereitet (auch wenn viele Regale schon komplett leer geshoppt waren), und unsere Japanisch Dozenten waren begeistert, dass wir dieses Wochenende ja soooooo viel Zeit zum Japanisch lernen haben werden… yaaaaaaaaay.

Davon mal abgesehen meistere ich den überwiegenden Teil der Japanisch Kurse bis jetzt ganz gut, besonders die Kanji Tests sind gar nicht mal so schwer wie erwartet. Das einzig schwere ist der Haufen Hausaufgaben, und manchmal den Erklärungen auf japanisch zu folgen, aber irgendwie kriegt man sich doch immer verständigt.

Um noch etwas auf die letzten 2 Tage zurück zu kommen, am Mittwoch wurde ich, während ich ganz normal an einer Fußgängerampel wartete, von eine japanischen Frau mit ihrer kleinen Tochter angesprochen. Angeblich würden sie nach englisch sprachigen Mitarbeitern und Unterstützern für Ihre Website suchen, und hofften, dass ich ihnen dabei helfen würde. Mehr Details bekam ich nicht, mir wurde nur eine Visitenkarte in die Hand gedrückt, und dann ging ich auch schon normal weiter in Richtung Bahnhof. An der Uni suchte ich dann mal nach dieser Website, und es stellt sich raus, die Frau gehörte zu den Zeugen Jehowas… jap. Hier klingelt man scheinbar nicht mehr an fremder Leute Haustüren, sondern spricht sie direkt auf der Straße an, auch eine interessante Taktik.

Davon abgesehen erhielt ich das Angebot, zusätzlich zu meinem Job als Englisch Chat Leader auch Deutsche Sessions abzuhalten. Die würden nächste Woche starten, und ich habe echt keine Ahnung, was ich davon erwarten soll, aber ausprobieren kann Mans ja trotzdem mal.

Gestern fand zudem noch eine Party für die Austausch Studenten statt. Anstatt, dass wieder ein Vorlesungssaal hierfür gemietet wurde, fand diese Party in einem schicken Restaurant auf dem Campus statt (in dem man scheinbar auch heiraten kann), und anstelle von McDonals gab es auch ein ordentliches Buffet und kostenlose Getränke für alle. Das war aber auch das einzig positive an dieser Party, da viel zu wenig Sitzplätze für alle vorhanden waren und der Versuch der Organisatoren, ein strukturiertes Programm durchzuziehen, ständig durch den extremen Lautstärkepegel gestört wurde. Deswegen entschloss ich mich, früher zu gehen, und wich so einem heftigen Regenschauer aus.

Ich weiß nicht, ob das die letzte Welcome Party für dieses Semester war, aber dieses Wochenende kann mich nichts mehr aus meinem Zimmer locken (zumindest nicht bis der Taifun unter Kontrolle ist).

LG Ines

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