Hoch die Hände, Wochenende! Nachdem ich nach dem Izakaya-Besuch gestern Abend erst mal fast das Frühstück verschlafen hatte, hieß es heute wieder auf nach Shibuya, für weitere Orientierungsveranstsltungen. Man erklärte uns noch einmal, wie man sich für die japanische Krankenversicherung einschreibt, oder man sich eine Arbeitserlaubnis besorgt, aber glücklicherweise haben wir im Wohnheim das schon überwiegend erledigt gehabt. Selbst eine kleine Erdbebenschulung bekamen wir, und ich war echt baff, wie selbstverständlich unsere Tutorin über mögliche Erdbeben reden konnte. Selbst der Fahrstuhl an der Uni hat einen extra eingebauten Sitz, falls man bei einem Erdbeben im Fahrstuhl festsitzen sollte.
Mein persönliches Highlight der heutigen Vorträge war allerdings die AG Übersicht, denn hier wurde wirklich nicht gespart. Von männlichem Cheerleading, über Tee Zeremonien, bis hin zu einer Jura AG ist hier wirklich einiges geboten, jedoch nehmen viele Clubs nur Studenten an, die länger als 1 Semester hier studieren, setzten hohe Japanisch Kenntnisse voraus oder haben sehr hoch gesteckte Leistungserwartungen. Der Tanz Club zum Beispiel setzt voraus, dass man fließen Japanisch spricht, mehr als 2 mal die Woche trainiert, und berechnet Kosten für eine Uniform, Schuhe, ein Trainingslager und eine Abschluss Veranstaltung… da kann man nicht so einfach einmal mit-walzern. Von AGs mal abgesehen bietet die Uni auch einige Events für Austausch Studenten an, nämlich erhielt ich heute schon eine Einladung zu einem Sake Seminar.
Eine Japanische SIM habe ich ab heute auch, was zum einen bedeutet, dass ich endlich mobiles Internet benutzen kann, zum anderen kostete es mich dafür aber meine Handy Hülle, die mein Handy so fest gehalten hatte, dass sie beim Versuch dieses zu befreien leider in der Mitte durchbrach. Ein schlimmer Verlust ist das aber nicht wirklich, immerhin bin ich fast umzingelt von niedlichen Läden, mit niedlichen Handy Hüllen, also wird sich schon irgendwie etwas passendes finden.
Im Anschluss schauten wir uns wieder etwas in Shibuya um, und langsam aber sicher fangen wir an, und auch ohne Google Maps orientieren zu können. Heute angesteuert war ein Laden der sich auf Anime und Manga spezialisierte, und dieser Laden war sowohl das pure Nerd-Paradies, als auch die ultimative Reizüberflutung, da sich alle 5 Schritte ein Lautsprecher in den Regalen versteckte, der entweder laut Musik spielte, oder aus einem Hörbuch vorlas, was bedeutete dass man auf einmal Dutzende verschiedene Sachen auf den Ohren hatte. Zudem zieht sich irgendwie ein konstantes, hohes Piepen durch die größten Straßen Shibuyas, weshalb mein Kopf immer noch leicht weh tut. Trotzdem, es ist immer noch faszinierend das alles hier zu sehen, und ich bin mir sicher, dass man sich schneller an das ganze Getümmel gewöhnen wird, als gedacht.
Über dieses Wochenende habe ich wahrscheinlich vor, einen der weniger touristischen Orte zwischen dem Wohnheim und der Uni zu besuchen. Jiyugaoka zum Beispiel wird online als „Tokyos kleines Europa“ bezeichnet, und nachdem ich gestern schon, auf dem Weg zur Kneipe durch die Bremen Straße durchgegangen war, bin ich echt neugierig, wie viel Europa sich noch hier in der Gegend versteckt.

LG Ines ^^
Es freut mich immer wieder hier zu lesen wie du dich in Japan einfindest
LG Mammchen
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