Tag 28: Festivals, Feuerwerk und vollgestopfte Züge

Ich dachte eigentlich, dass ich die Festival-Zeit hier in Japan verpasst hätte, aber eines hab ich doch noch miterleben können.

Eigentlich hatte ich gestern vor, noch einmal alleine nach Tamagawa zu fahren und den Sonnenuntergang aus dem dortigen Park zu beobachten, aber am Bahnhof in Musashi Kosugi wurde ich unerwarteter Weise von einem Haufen meiner Freunde aus dem Wohnheim abgefangen. Der Plan, auf ein kleines Festival zu gehen, und das Feuerwerk zu schauen, ist mir vorher scheinbar komplett entgangen, und niemand der Anderen wusste großartig, was es mit dem Festival genau auf sich hatte, aber ich schloss mich trotzdem der Gruppe an.

Dass das „kleine“ Festival gar nicht mal so klein war, merkten wir, sobald wir am Bahnhof umsteigen mussten. Solche Menschenmassen hatte ich hier wirklich noch nicht gesehen, und ich bin echt froh, dass wir relativ viele große Leute in unserer Gruppe hatten, die aus der Masse leicht herausstechen konnten, so dass man sich nicht aus den Augen verlor, während man hauptsächlich darauf konzentriert war, der Strömung zu folgen. Volle Züge waren mir hier nichts neues, aber dieses Mal wurden wir Wort wörtlich, von den Schaffnern in den Zug gedrückt, bis wirklich niemand mehr sich in irgendeiner Art und Weise bewegen konnte. Wieder einmal bin ich verdammt froh, dass ich keine Platzangst habe, sonst wäre die Situation noch unangenehmer geworden.

An unserem Ziel wurden wir von einer Horde Schaffner und Polizisten mit Megafonen erwartet, die die Menschenmassen halbwegs zivilisiert in Richtung des Festivals dirigierten. Es war zwar laut – weil alle 5 Schritte jemand anderes mit dem Megafon auf einen einschrie – dafür ging es aber sehr geregelt und ruhig zu. Eine andere Wahl, als den Maßen zu folgen, hatten wir nicht wirklich, also trieben wir mit der Strömung einfach etwas mit, bis das Feuerwerk endlich begann, und wir einen kleinen Parkplatz fanden, auf dem wir der Masse ausweichen konnten.

Nach dem Stress der Anreise war uns das eigentliche Festival relativ egal (später merkten wir, dass man sogar Tickets gebraucht hätte, um auf das Haupt-Festivalgelände zugelassen zu werden), und wir genossen einfach nur das üppige Feuerwerk. Eine ganze Stunde lang wurde hier geschossen, und ich muss wirklich sagen, dass ich nicht enttäuscht war. Nur die Disney-typische Hintergrundmusik hat mir etwas gefehlt, aber bei einem kostenlosen Feuerwerk darf man sich nicht zu stark beschweren.

Um der Menschenmasse bei der Heimreise etwas auszuweichen, beschlossen wir, noch etwas länger zu bleiben. Wir kauften uns an einem kleinen Stand ein Paar Yakitori Spieße, eine Flasche Wein aus dem Konbini und ließen den Abend auf einem kleinen, ruhigen Spielplatz schön ausklingen.

Heute war relativ langweilig, ich habe mich mal ausnahmsweise auf meine Hausaufgaben konzentriert, aber morgen werde ich nach der Uni noch einmal versuchen Harajuku zu erkunden und auch wirklich etwas anzuprobieren. Davon abgesehen sieht es so langsam danach aus, dass der Sommer zu Ende geht, und die Temperaturen etwas herbstlicher werden… endlich! Nicht, dass ich etwas gegen Konstante 30 Grad habe, aber ich glaube ich werde richtige Freudensprünge machen, wenn die Mosquito-Saison hier endlich rum ist (zur Info, ich habe mir gestern nochmal 2 neue Stiche eingesammelt)!

LG Ines

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