Woohoo, ein weiter Punk meiner Japan-To-Do-Liste konnte abgehakt werden. Gestern beschloss ich, mich mit einer Freundin wieder nach Akihabara zu wagen. Wir durchforsteten einige tolle Anime Läden (sogar einen mit 9 fucking Stockwerken), und um den Abend schön ausklingen zu lassen, nachdem uns die riesige Menge an Merchandise wieder mal überwältigt hatte, beschlossen wir endlich eines der vielen, berühmt berüchtigten Maid Cafés zu besuchen. Und im Ernst, es dürfte wohl jedem klar gewesen sein, dass es nicht lange dauern würde, bis es mich hier zu den Maid Cafés zieht.
Anfangs waren wir ziemlich nervös, immerhin sind Maid Cafés nicht gerade etwas, was man außerhalb von Japan wirklich authentisch nachempfinden kann. Klar, hat so ziemlich jede deutsche Anime Convention ihren eigenen Maid Café Abklatsch, aber das hier war nochmal etwas ganz Anderes.
Erstens, das Café (namens @home, falls es irgendjemanden interessiert) erstreckte sich über insgesamt 6 Stockwerke: 5 davon dienten als wirkliche Cafés, die alle leicht unterschiedlich dekoriert waren, wobei wir uns bei unserer Auswahl nur darauf konzentriert hatten, auf welchem Stickwerk am wenigsten Betrieb war. Wir standen nur ganz kurz an, und wurden dann relativ sofort einem Tisch, und einer Maid zugewiesen. Zu unserer Überraschung bekamen wir auch sofort unsere „Princess License“ ausgehändigt: eine Treuekarte, als Belohnung dafür, dass wir so tolle Meister – oder in unserem Fall, Prinzessinnen – waren. Diese Karten gibt es auf verschiedenen Leveln, nach 5 Besuchen kriegt man eine Silber-Karte, nach 50 eine in Gold, und für wirklich verrückte gibt es auch eine Karte ab 5000 Besuchen, die einem quasi komplett freien Eintritt beschert. Letzteres ist jetzt nicht unbedingt mein angestrebtes Ziel, aber einen eigenen Prinzessinnen Ausweis zu haben fühlt sich doch leicht cool an.
Was das interagieren mit den Maids angeht war alles kein Problem. Wir hatten damit gerechnet, dass man sich eventuell nicht gut verständigen kann, oder dass die Riesen Portion Kitsch doch etwas seltsam für uns wäre, aber stattdessen lieg alles glatt und man hat sich direkt willkommen gefühlt. Ich würde den Effekt fast mit Disneyland vergleichen; kaum dass man ankommt und sich etwas auf die Maids einlässt fällt sämtlicher Stress einfach von einem ab… oder wird zumindest unter einer Tonne rosa Glitzer begraben.
Die Kommunikation auf Japanisch funktionierte ziemlich gut, zwei Mal bekamen wir von den Maids dafür Komplimente, wobei ich mir nicht sicher bin, ob nicht jeder Ausländer, der ein bis zwei Worte Japanisch kann, dieses Kompliment bekommt. Für den Fall der Fälle arbeitet aber auch eine Amerikanerin als Maid dort, die sich noch kurz auf Englisch mit uns unterhalten hatte.
Als Souvenir bekamen wir ein verziertes Polaroid mit je einer der Maids, und wir bekamen sogar noch eine Gesang- und Tanzeinlage der Maids zu sehen, als sie ihren neusten Song Aikome Forever performten (von dem ich immer noch einen Ohrwurm habe).
Auf unserem Weg raus machten wir noch einen kurzen Zwischenstopp im 2. Stock, denn hier befand sich ein eigener Souvenir Laden, in dem man die Songs aus dem Café, selbst gemachtes Blaubeer-Popcorn, und natürlich haufenweise Bilder von den verschiedenen Maids kaufen konnte.
Heute war im Vergleich dazu ein relativ langweiliger Tag. Einer meiner Dozenten hatte sich leicht beim Alter seiner Studenten verschätzt, denn er war der festen Überzeugung, dass wir alle viel zu jung waren um 9/11 miterlebt zu haben, und ich hatte ein Vorstellungsgespräch um eventuell hier bald als English Chat-Leader arbeiten zu können. Ob ich wirklich genommen wurde erfahre ich am Montag, bis dahin bleibe ich mal gespannt, und konzentriere mich lieber auf den ersten Kanji-Test, den ich morgen schreibe.

LG Ines