Tag 14: Karaoke und Tempel bei Nacht

Dieses Wochenende konnte ich 3 Punkte meiner „Japan-to-do-Liste“ abhaken:

Gestern war der große Karaoke Tag, und da die Preise nach 8 drastisch ansteigen, begannen wir unsere Session schon und 14 Uhr. Die meisten Karaoke Räume berechnen ihre Preise in 30 Minuten Intervallen, wir hingegen buchten die „Free Time“ Option, wodurch wir insgesamt 6 Stunden lang, mit (nicht alkoholischem) All-you-can-Drink, alle möglichen Lieder rauf und runter sangen.

Unser größtes Problem hierbei war das Tablet, über das man die Songs auswählen konnte. Es war nicht möglich zu scrollen, und eine Leerzeichen Taste suchten wir auch vergebens, aber letztendlich ließen wir uns dadurch nicht stören und machten uns lieber über die Musikvideos lustig, die anstelle der Originale liefen um kein Copyright zu verletzen. Manchmal bestanden die Videos aus schönen Landschaftsaufnahmen, oder coolen Tanzaufnahmen… öfter kam es jedoch vor dass gezeigt wurde wie ein Typ sich wahllos im Wald, oder mitten auf dem Bürgersteig hinlegte, nur um melancholisch in den Himmel zu starren. Lediglich manche Anime Songs waren mit den passenden Original Musikvideos versehen. Zudem waren wir ziemlich überrascht, dass das Mikrofon einen eingebauten Bewegungssensor hatte, weswegen periodisch auf dem Bildschirm angezeigt wurde, wie viele Kalorien man durchs Singen verbrannt hatte.

Wie erwartet machte das Karaoke hier verdammt viel Spaß, und eine Liste mit Liedern fürs nächste Mal ist schon angelegt.

Nachdem sich das Karaoke etwas in die Länge gezogen hatte, gingen wir noch zusammen essen, und ich konnte zum ersten Mal japanisches Curry probieren, und ich bin froh, dass wir gleich 2 Filialen von CoCo Curry in Musashi Kosugi haben, denn ich denke ich werde da noch ziemlich oft hingehen.

Heute ließ ich es wieder etwas langsamer angehen, und beschloss erst relativ spät, einen der Nachbarorte namens Tamagawa zu erkunden. Tamagawa war das Dorf-ähnlichste was ich bis jetzt in Tokyo gefunden habe. Keine Hochhäuser, nur kleine Straßen, reichlich Grün und ein seeeeeeeeehr hübscher Tempel, sogar mit eigener Aussichtsplattform. Glücklicherweise kam ich grade noch rechtzeitig an, um kurz alles zu erkunden, die traditionelle Musik (die etwas untradionell aus dem Lautsprecher kam) zu genießen, und ein kurzes Gebet vor dem Opferkasten loszuwerden, bevor der Tempel auch schon geschlossen wurde.

Direkt um die Ecke des Tempels befand sich der Tamagawadai-Park, und hierhin muss ich unbedingt tagsüber nochmal wiederkommen! Der Park ist riesig, und wirklich wunderschön. An dieser Stelle muss ich mal kurz die Kamera meines Handys loben, ich hätte nicht gedacht, dass man auf den Bildern etwas sehen würde, aber stattdessen sind die Bilder qualitätstechnisch super, und es sieht sogar heller aus, als es wirklich war, komplett ohne Blitz.

Da ich mir doch etwas komisch vorkam, im Dunkeln und bei Regen alleine diesen riesigen Park zu erkunden, während keine Menschenseele um mich herum zu sehen ist, werde ich wohl, sobald das Wetter etwas besser ist, direkt noch einmal nach Tamagawa fahren, immerhin braucht man mit dem Zug nur knapp 5 Minuten, bis man dort ist.

Genauere Pläne für morgen habe ich noch nicht, da ich nicht weiß ob die Geschäfte hier auch an Feiertagen alle geöffnet haben, und zudem soll es den ganzen Tag regnen, aber sobald ich wieder etwas interessantes zu berichten habe, melde ich mich.

LG Ines

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