Erste Nacht in Japan ist überstanden und direkt damit auch mein erster Sturm. Anstelle von Knieschmerzen oder Jetlag warf mich Taifun Faxai um 4 Uhr morgens aus dem Bett. Vom lauten Wind- und Regenpeitschen mal abgesehen wurden mir die Auswirkungen des Taifuns aber erst klar als ich mich ein paar Stunden später zu meinem ersten japanischen Frühstück in die Lobby auf machte, deren Boden komplett überschwemmt war. Wirklich gekümmert hat das allerdings niemanden, die Angestellten der Cafeteria nutzten die Pausen zwischen der Essensausgabe einfach um ganz nebenbei noch etwas Wasser raus zu fegen, als ob es das selbstverständlichste der Welt wäre.
Japanisches Frühstück ist definitiv gewöhnungsbedürftig, aber ich hätte es mir ungewohnter vorgestellt. Über eine Schale Reis beschwere ich mich zu keiner Mahlzeit und die Haupt-Suppe hat sogar ziemlich westlich geschmeckt. Lediglich die Zusatz-Miso Suppe mit Seetang und Chikuwabu (einer Art röhrenförmiges Mehlpastenbrot) war jetzt nicht ganz so mein Geschmack, aber vielleicht gewöhnt man sich ja noch daran.
Meine nächste Mission für den Tag war etwas einkaufen zu gehen und die Convenience Stores der Umgebung zu erkunden. Auf meinem Weg zum Bahnhof habe ich nämlich genau 3 solcher Konbinis, und ich habe sogar, entgegen aller Erwartungen, eine normale Flasche Sprudel gefunden, die ich wohl noch einige Zeit in Ehren halten werde. Eine Drogerie, die ich mir mal kurz anschauen wollte, musste leider wegen Taifun-Schäden geschlossen bleiben, und auch das Wlan hier hatte den ganzen Morgen Taifun-bedingte Aussetzer, aber insgesamt finde ich mich schon ganz gut in der Umgebung zurecht und habe fast alles bekommen was ich wollte. Trotzdem hätte ich nicht gedacht, dass man als Ausländer hier doch so sehr auf den Straßen auffällt, wobei das in Zentral Tokyo wahrscheinlich nochmal anders sein wird.
Letztlich gab es im Wohnheim heute ein internationales Buffet, um alle Austausch Studenten willkommen zu heißen, und es fand sich schnell ein Grüppchen zukünftiger AGU Studenten zusammen. Ich bin echt verdammt froh, gestern schon angekommen zu sein, denn einige hatten eine ziemlich holprige Anreise, da viele Züge wegen dem Taifun nicht fahren konnten und sogar Flüge komplett umgeleitet wurden. Von meinem ersten Eindruck her sind die meisten Austausch Studenten Amerikaner, wobei sich ein Paar Australier relativ schnell zusammengefunden haben und uns lautstark demonstriert haben, dass australisches Englisch teilweise wie eine komplett eigene Sprache klingen kann.
Morgen beginnen die ersten Veranstaltungen hier in- und ums Wohnheim herum, und ich bin schon gespannt was ich davon berichten werde.

LG, Ines