Tag 43: Feiertage und Arkaden

Kaum hat die Woche angefangen, fällt auch schon wieder die Uni aus. Heute wird die Krönung des neuen japanischen Emperors gefeiert, weshalb dieses Jahr einen zusätzlichen Feiertag hat.

Meinen freien Tag hab ich heute überwiegend in einer Arkade in Kawasaki verbracht. Das sogenannte „Warehouse“ ist nach der Kowloon Walled City in Hong Kong – ein ehemaliger Stadtteil Hong Kong’s mit der weltweit höchsten Bevölkerungsdichte (1,3 Millionen Einwohner pro Quadratkilometer) – gethemt, und von Außen und im Eingangsbereich ist die Atmosphäre wirklich beeindruckend. Drinnen ist das Warehouse dann auf eine andere Art beeindruckend: nämlich dadurch, wie viele alte und neue Arkaden-Spiele man auf den verschiedenen Stockwerken finden kann. Von Dance Dance Revolution, Pac-Man, Mario Kart, und typisch japanischen Rhythmus Spielen, es war wirklich für jeden etwas dabei. Natürlich gab es auch die typischen Kran-Kuscheltier-Angel Maschinen, wobei diese hier eher mit Süßigkeiten wie Haribo (sogar mit Original deutscher Verpackung!), oder sogar Instant Nudeln, gefüllt waren. Allzu lange wollten wir aber doch nicht in der Arkade verbringen, denn die Massen an blinkenden, lauten Spielen können einen schon ziemlich schnell überwältigen, also entspannten wir uns danach mit einer Runde Karaage (japanisches Fried Chicken).

Am Wochenende war ich schon einmal in einer japanischen Arkade – wobei diese deutlich moderner, kleiner und traditioneller war – denn am Wochenende hatte ich mir vorgenommen, Shibuya etwas weiter zu erkunden.

Der Hauptmotivator hierfür war, dass Forever 21 in Japan Insolvenz angemeldet hat, weswegen der 6-stöckige Forever 21 in Shibuya momentan 40%-80% Rabatt auf alles hat. Hört sich theoretisch ja toll an, aber auch mit diesen Rabatten waren mit die Sachen entweder zu billig verarbeitet, weit ausgeschnitten (kein Wunder dass sich die Sachen in Japan nicht gut verkauft haben) oder schlichtweg zu groß, weil westliche, anstatt japanischen Kleidergrößen verwendet wurden. Also erkundete ich Shibuya etwas weiter, beobachtete die Horden an Touristen, die auf Shibuya Crossing tausende Gruppenfotos/Selfies machten, und traf mich mit Freunden für eine Runde Ramen, Billiard und eben auch einen kleinen Trip in eine Arkade. Stellt sich heraus ich bin furchtbar in Tanz-Spielen, dafür aber umso besser in den Rhythmusspielen.

Der eine Uni Tag den ich diese Woche bis jetzt hatte verlief auch interessant. Ich musste für jemandes Chat Room Session als Vertretung einspringen, weswegen ich letztendlich 2 Sessions direkt hintereinander hatte. Die Erste verlief ziemlich normal, die Zweite hingegen war etwas ungewöhnlich. Ich hatte schon mit meiner Intermediate Level Session angefangen, als mir mitgeteilt wurde, dass der Chat Leader für die Beginner Level Session nicht aufgetaucht wäre, und meine Gruppe somit von 6 auf 12 vergrößert wurde. Allzu lange musste ich diese Situation aber dann doch nicht alleine bewältigen, denn Nanami, die Leaderin für die eigentliche Beginner Level Session, tauchte 5 Minuten später doch noch auf, und half mir, die große Gruppe zu beschäftigen. Letztendlich bekamen wir aber keine großartige Diskussionen zu Stande. Einerseits, weil es etwas schwer war, 2 verschiedene Englisch Niveaus gleichzeitig zu bedienen, und andererseits, weil wir mit so vielen gerade mal mit Vorstellungen und unseren Hobbies durchkamen, bevor die Session auch schon wieder zu Ende war.

Davon abgesehen gab es schon wieder einen kleinen Taifun, aber nach Taifun Hagibis erscheinen mir so kleine Taifune auf einmal deutlich weniger gruselig. Ich glaube nicht, dass ich je komplett die Gelassenheit der Japaner, wenn es um Taifune und Erdbeben geht, annehmen werde, aber… irgendwie gewöhnt man sich schon daran. Wobei ich immer noch kein richtiges Erdbeben hier gespürt habe, aber das hat auch keine Eile.

LG Ines

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